Von der Staatlichen Hochbauverwaltung zum Landesbetrieb

Die staatliche Hochbauverwaltung des Landes Hessen ist aus der preußischen Bauverwaltung, der Bauverwaltung des Volksstaates Hessen, der Reichsbauverwaltung und den reichsbezogenen Sonderbauverwaltungen (bspw. der Heeresbauverwaltung) hervorgegangen, die bis zum Ende des 2. Weltkrieges existierten.

 Im Zuge des Neuaufbaus gingen 1946 die Aufgaben der Reichsbauverwaltung und der Sonderbauverwaltungen auf die neu gebildete Staatliche Hochbauverwaltung über.
Das Hessische Innenministerium bildete die oberste Behörde, das Regierungspräsidium die Mittelbehörde, die Bauämter die untere Verwaltungsebene.
40 Bauämter waren damals für das staatliche Bauen sowie für die Genehmigung und bauliche Überwachung der baulichen Anlagen im Sinne der allgemeinen Bauordnung und der Polizeiverordnungen zuständig.

 Zum 01.01.1950 ging die Zuständigkeit für den Staatlichen Hochbau vom Hessischen Innenministerium auf das Hessische Finanzministerium über.
Die Aufgaben der Bauaufsicht verblieben in der Zuständigkeit des Innenministeriums. 1991 wurden sie dem Ministerium für Landesentwicklung, Wohnen, Landwirtschaft, Forsten und Naturschutz übertragen.

Das Finanzverwaltungsgesetz vom 06.09.1950 bestimmte die Oberfinanzdirektionen zu Mittelbehörden der Bundes- und Landesfinanzbehörden. Die Errichtung der Oberfinanzdirektion Frankfurt am Main mit den Abteilungen Zoll- und Verbrauchssteuer, Besitz- und Verkehrssteuer sowie der Landesvermögens- und Bauabteilung erfolgte durch den Hessischen Finanzminister 1950.

Das Finanzministerium war nunmehr oberste technische Instanz im staatlichen Bauverfahren des Landes, die Oberfinanzdirektion die technische Aufsichtsbehörde der Mittelinstanz. Für die Baumaßnahmen des Bundes im Bereich Zivilbau war der Bundesminister für Raumordnung, Bauwesen und Städtebau, im Bereich der militärischen Bautn der Bundesminister der Verteidigung und im Bereich der eigenen Bauten die Bundesanstalt für Arbeit oberste technische Instanz mit Weisungsbefugnis in fachlichen Belangen.

 Die Durchführung der Bauaufgaben des Bundes in Hessen geschieht auf der Grundlage des Finanzverwaltungsgesetzes nach Maßgabe des Artikels 104a Grundgesetz, auf Grundlage eines Verwaltungsabkommens zwischen der Bundesrepublik Deutschland und dem Land Hessen vom Juli 1954, das 2005 neu gefasst wurde.
Seit 1954 waren 23 Staatsbauämter, später Sonderbauämter und erstmals ab 1962 „Staatliche (Neu)Bauleitungen“ zur Abwicklung besonderer Baumaßnahmen für das staatliche Bauen zuständig.
Infolge einer Gebietsreform erfolgte in 1980 eine Anpassung der Zuständigkeitsbereiche sowie die Reduzierung der Staatsbauämter auf 13 Standorte. Darüber hinaus wurden für begrenzte Zeit zur Abwicklung großer Bauvorhaben „Staatliche Neubauleitungen“ eingerichtet.

Mit der Neugründung des Landesbetriebes Hessisches Baumanagement zum 01.01.2004 wurde die Reform der Hessischen Staatsbauverwaltung hin zu einem modernen Baudienstleistungsbetrieb abgeschlossen. Diese tief greifende Neuausrichtung staatlicher Bautätigkeit zielte auf eine kostengünstigere und straffere Abwicklung der Bauprojekte.