Neubau für das Deutsche Tapetenmuseum – Museum für Raumkunst in Kassel

Der geplante Neubau für das „Deutsche Tapetenmuseum – Museum für Raumkunst in Kassel“ nimmt Gestalt an. Ende November 2017 bestimmte die Jury die drei Preisträger des Architekturwettbewerbs. Über den 1. Preis freute sich das Büro Harry Gugger Studio Ltd. aus Basel.

Visualierung Neubau Tapetenmuseum Kassel-72dpi.jpg

Visualisierung Deutsches Tapetenmuseum Entwurf Harry Gugger Studio Ltd.
Visualisierung des erstplatzierten Entwurfs für den Neubau „Deutsches Tapetenmuseum – Museum für Raumkunst in Kassel“
Neubau für das Deutsche Tapetenmuseum – Museum für Raumkunst in Kassel
Wettbewerbsart Nichtoffener Realisierungswettbewerb
Auslober Land Hessen
vertreten durch das Hessische Ministerium der Finanzen
vertreten durch den Landesbetrieb Bau und Immobilien Hessen, Niederlassung Nord
in Abstimmung mit dem Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst
und der Museumslandschaft Hessen Kassel
Stand des Verfahrens Preisgerichtsentscheidung vom 29. November 2017


Aus der Erläuterung der Jury:


„Der Neubau für das Tapetenmuseum am Brüder-Grimm-Platz muss verschiedenen Ansprüchen genügen. Einmal soll der Ort komplettiert werden und die ehemals bedeutende Platzfront im Dialog mit den Nachbarn zu einem Ganzen zusammenfinden. Dann muss das Tapetenmuseum als eine eigenständige Institution in der Museumslandschaft Kassels wahrgenommen werden und selbstbewusst am Platze stehen, ohne lediglich als Appendix des Torhauses zu erscheinen.

Dem Verfasser gelingt mit seinem Vorschlag, diese sehr fein austarierten Kräfte zu setzen. Der Neubau schließt ganz selbstverständlich den Platzraum. Sowohl in Hinblick auf die Maßstäblichkeit als auch bezogen auf die Körnigkeit des Ortes fügt sich der Bau für das Tapetenmuseum in die Umgebung ein, ohne die eigene Präsenz am Ort zu negieren. Die vorgeschlagene Betonfassade erzählt auf zurückhaltende Art und Weise die Geschichte des Ortes. Das Tapetenmuseum wird nicht lediglich mit einer Tapete umwickelt. (…)

Die hessischen Vorgaben zur Energieeffizienz können im Rahmen des Entwurfs gut eingehalten werden. Das Gebäude soll durch die am Grundstück anliegende Fernwärme und unterstützend durch eine Wärmepumpe mit Erdsonden mit Wärme versorgt werden. Die umfangreiche Nutzung von Erneuerbaren Energien wird positiv bewertet. Der sehr niedrige Glasflächenanteil in der Fassade sowie die gute Dämmqualität der Hülle erlauben den Schluss, dass das Gebäude ohne besondere energetische Aufwendungen konditioniert werden kann. Die Relation von Investitionskosten zu Energieeinsparpotential wird als gut bewertet.

Insgesamt handelt es sich um einen sehr klugen Entwurf, der der Stadt einen selbstbewussten Museumsbaustein hinzufügt und sich harmonisch in Stadt und Ort einfügt. Das Tapetenmuseum bekäme ein Gebäude, das auf differenzierte Art und Weise die corporate identity des Museums transportiert. Baukunst beherbergt die Raumkunst.“