Faszinierende Forschungsergebnisse ebnen den Weg zur anstehenden Sanierung

Außenbereich der Burganlage kann wieder besichtigt werden

DSC_0512.JPG

Veste Otzberg
Die Veste Otzberg

OTZBERG. An der Veste Otzberg stehen umfangreiche Sanierungsarbeiten an: Seit einigen Monaten erfolgen vorbereitende Untersuchungen durch auf historische Anlagen spezialisierte Restauratoren und Bauforscher, die bereits einige interessante Ergebnisse gebracht haben. Die Arbeiten an der Veste laufen in einem mehrjährigen, aufwendigen Prozess ab. Über Details dazu haben Vertreterinnen und Vertreter des Landesbetriebs Bau und Immobilien Hessen (LBIH) die Öffentlichkeit nun bei einem Pressetermin informiert.

Die Sanierung der Veste Otzberg wurde durch das Ende der vorherigen Verpachtung möglich, da umfangreiche Arbeiten in dem zuvor laufenden Gastronomiebetrieb nicht umsetzbar waren. Das Land Hessen will den zeitweiligen Leerstand nutzen, um die beliebte Burganlage als touristisches Ziel in Südhessen zeitgemäß herzurichten.

„Eine derartige Sanierung ist ein komplexes Projekt mit zahlreichen Beteiligten, das sich nicht in einem oder zwei Jahren umsetzen lässt. Vielmehr braucht es zunächst umfangreiche Voruntersuchungen, damit ein denkmalgerechter Umgang mit der sensiblen historischen Bausubstanz und dem flächenhaften Naturdenkmal möglich ist“, erläuterte Sabina Freienstein, Leiterin der zuständigen LBIH-Niederlassung Süd.

Im Rahmen der Vorarbeiten wurden Untersuchungen historischer Bauteile beauftragt. Hier gibt es bereits erste faszinierende Forschungsergebnisse, welche den Weg zu der anstehenden Sanierung ebnen. So haben Untersuchungen am Palas, dem Museumsgebäude, gezeigt, dass noch Teile des mittelalterlichen Dachstuhls erhalten sind. Ebenso haben Archivrecherchen zutage gefördert, dass die Fassade zum Burghof ursprünglich große Arkadenöffnungen hatte.

Für das als Gaststättengebäude dienende Kommandantenhaus konnten die bisherigen Untersuchungen nachweisen, dass das Gebäude weitgehend im authentischen Zustand der Erbauungszeit im 16. Jahrhundert erhalten ist. Ebenso hat sich der mittelalterliche Wehrgang der Ringmauer im ersten Obergeschoss des Gebäudes erhalten.

„Das denkmalpflegerische Ziel der Maßnahme ist es, historische Bauphasen und Befunde wieder sichtbar und erlebbar zu machen. Dazu gehört auch die Wiederherstellung des historischen Kellerzugangs zum Palas. So soll ermöglicht werden, dass künftig auch der Kellerbereich genutzt werden kann“, erklärte Hermann Felleisen, Projektleiter beim LBIH, die Pläne des Landesbetriebs und seiner Partner.

Für die Gesamtanlage soll in Zukunft neben der Nutzung auch der Vermittlungsaspekt einen größeren Raum einnehmen. So ist geplant, in der historischen Wachstube neben dem Burgtor eine öffentlich zugängliche Ausstellung zur Baugeschichte einzurichten.

Noch in diesem Jahr soll nach jetziger Planung das künftige Nutzungskonzept für die Veste erarbeitet werden. Auch die Aufträge für Gebäude- und Technikplanung sollen kurzfristig vergeben werden. Erst nach Abschluss der umfangreichen Vorplanungen kann der Prozess zur Genehmigung entsprechender Landesmittel aus dem Haushalt 2022 für dieses Projekt beginnen. Das wird dazu führen, dass die Bauarbeiten voraussichtlich erst im Jahr 2023 beginnen können.

Derzeit kann davon ausgegangen werden, dass die umfangreichen Bauarbeiten Ende 2025 abgeschlossen sein werden. Anschließend kann eine Neuverpachtung beginnen. Die Vorbereitungen dazu laufen bereits und werden rechtzeitig intensiviert, um möglichst direkt im Anschluss an die Baumaßnahmen einen neuen Pachtbetrieb auf der historischen Anlage präsentieren zu können. Auch während der Planung und der Bauausführung soll der Außenbereich täglich von 8 bis 20 Uhr geöffnet bleiben, um die Veste soweit möglich für die Öffentlichkeit zugänglich zu halten. „Nach einer pandemiebedingten Schließung wurde Ende Mai eine Öffnung wieder möglich. Natürlich gelten die allgemeinen Abstands- und Hygieneregeln weiterhin“, sagte Gunnar Knöß, Teamleiter beim LBIH. Auch Trauungen im Korporalshaus der Veste sind trotz der anstehenden Bauarbeiten möglich.

Pressestelle: Landesbetrieb Bau und Immobilien Hessen
Pressesprecher: Alexander Hoffmann
Telefon: +49 611 89051-404
Fax: +49 611 89051-111
E-Mail: presse@lbih.hessen.de

Hessen-Suche