Land feiert Richtfest für neue „Honigfabrik“ in Kirchhain

Nur drei Monate nach der Grundsteinlegung für das neue Wirtschaftsgebäude des Bieneninstituts Kirchhain wurde das Richtfest gefeiert. Der Landesbetrieb Bau und Immobilien (LBIH) zeigt sich in Bauherrenvertretung für das Land Hessen für die Projektleitung verantwortlich.

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Richtfest für das Bieneninstitut Kirchhain
Der Dachstuhl für die neue "Honigfabrik" steht - Zeit, Richtfest zu feiern.

Das Bieneninstitut Kirchhain gehört zum Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen und ist die zentrale Forschungs-, Ausbildungs- und Beratungsstelle für die Imkerinnen und Imker im Land. Nun wurde im westlichen Teil der Stadt Richtfest gefeiert: Dort entsteht derzeit, koordiniert durch den Landesbetrieb Bau und Immobilien Hessen (LBIH), für das Bieneninstitut ein neues Gebäude, das nach seiner Fertigstellung als Produktions- und Lagergebäude für Honig dienen soll. „Mit dieser Baumaßnahme leistet das Land Hessen einmal mehr einen wichtigen Beitrag für die hessische Bienenhaltung und damit einen wichtigen Beitrag zum Natur- und Umweltschutz“, sagten Finanzstaatssekretär Dr. Martin Worms und seine Amtskollegin, Umweltstaatssekretärin Dr. Beatrix Tappeser anlässlich der Feierlichkeiten.

„In der Sprache der Fachleute entsteht hier gegenwärtig ein Wirtschaftsgebäude. Stellt man auf die zukünftige Nutzung ab, so finde ich den Begriff ‚Honigfabrik‘ passender. Jedes Kind kann sich darunter etwas vorstellen und bestimmt können die wenigsten Bundesländer von sich behaupten, eine eigene ‚Honigfabrik‘ zu betreiben“, so der Finanzstaatssekretär augenzwinkernd, der weiter berichtete: „Damit das Bieneninstitut seine Ausbildungs- und Versuchsaufgaben weiterhin am Standort Kirchhain wahrnehmen kann, ist ein neues Gebäude erforderlich. Viele der rund 8.000 hessischen Imker bekommen ihre fachlichen Grundlagen hier am Bieneninstitut vermittelt.“

„Über 80 Prozent der Kultur- und Wildpflanzen sind auf Fremdbestäubung angewiesen. Diese Zahl zeigt sehr eindrücklich, wie elementar bestäubende Insekten für die Biologische Vielfalt und somit auch für unsere natürliche Lebensgrundlage sind. Das Bieneninstitut leistet einen wichtigen Beitrag um die Bedingungen für Honig-, Wildbienen und Co. hierzulande nachhaltig zu verbessern“, erklärte Umweltstaatssekretärin Dr. Tappeser. „Es gibt noch viel zu tun, um dem Artensterben entgegenzuwirken. In unserer landesweiten Initiative Bienenfreundliches Hessen, die Vorreiter in Deutschland ist, wirkt das Bieneninstitut tatkräftig mit und liefert wichtige Expertise“, ergänzte die Umweltstaatssekretärin. In ihrer Rede verwies sie ebenso auf die Dringlichkeit des Neubaus: „Seit dem Einzug des Bieneninstituts 1966 in das ehemalige Landwirtschaftsschulgebäude in der Erlenstraße wurden die Aufgaben und der Umfang der Versuchsbienenhaltung deutlich ausgeweitet, ebenso sind die gängigen Arbeitstechniken erheblich verändert worden. Die damals im Wesentlichen im Kellerbereich des Hauses eingerichteten Räume zur Honiggewinnung, Wachsverarbeitung und Königinnenaufzucht sind für die heutigen Ansprüche viel zu klein. Zusätzlich fehlen dem Institut in erheblichem Maße Lagerkapazitäten für die Erweiterungszargen der heutzutage frei aufgestellten, nicht wie früher in Bienenhäusern untergebrachten, Bienenkästen“, so Tappeser. „Daher freut es mich sehr, dass heute der Grundstein für ein neues Gebäude gelegt wurde“, so die Umweltstaatssekretärin.

Das Grundstück des neuen Gebäudes liegt in direkter Nachbarschaft zum Bieneninstitut und dem Landesverband Hessischer Imker e.V. Die neue Produktions- und Lagerstädte wird in einer sogenannten Massivbauweise errichtet. Auf der Nordseite ist ein kleinerer Anbau und auf der Ostseite ein überdachter Zufahrtsbereich mit Waschplatz geplant. Die Nutzfläche wird rund 425 m² betragen. Nach derzeitigem Stand belaufen sich die Kosten auf rund 1,8 Millionen Euro. Der Nutzer, die Abteilung Bieneninstitut des Landesbetriebs Landwirtschaft Hessen, wird voraussichtlich im Spätsommer 2019 seine Arbeit in dem neuen Gebäude aufnehmen können.

Bereits im September dieses Jahres zeichnete Hessens Finanzminister Dr. Thomas Schäfer im Rahmen des 5. Hessischen Tags der Nachhaltigkeit das bereits existierende Bestandsgebäude des Bieneninstituts mit einer Plakette als CO2-saniertes Gebäude aus: Die Sanierung des Instituts erfolgte im Rahmen des CO2-Minderungs- und Energieeffizienzprogramms des Landes, kurz COME. Das Programm ist Teil der CO2- neutralen Landesverwaltung Hessen, das federführend vom Hessischen Ministerium der Finanzen verantwortet und durch den LBIH umgesetzt wird, und sich zum Ziel setzt, eine klimaneutral wirtschaftende Verwaltung bis zum Jahr 2030 zu erreichen. „Die Energieversorgung der Landesgebäude macht einen Großteil des Energieverbrauchs der Landesverwaltung aus. Mithilfe von COME können wir unsere Liegenschaften deutlich energieeffizienter nutzen. Dadurch können insgesamt über 200.000 Tonnen CO2 eingespart werden – ein wichtiger Dienst an unserer Umwelt“, erläuterte Dr. Martin Worms. Das Land habe insgesamt rund 160 Millionen Euro für das Programm in die Hand genommen, um über 60 Projekte zu fördern. Das Bieneninstitut Kirchhain spare durch die Sanierung pro Jahr circa 55.000 Kilowattstunden Wärmeenergie und 13 Tonnen CO2 ein. Das spare nicht nur wichtige Ressourcen, sondern auch bares Geld: Das Land muss jedes Jahr rund 3.000 Euro weniger für Energie ausgeben als vor der Sanierung. „Das Projekt ‚CO2-neutrale Landesverwaltung‘ findet bundesweit große Beachtung“, machte der Staatssekretär in Kirchhain deutlich. Als ein Projekt der Nachhaltigkeitsstrategie des Landes Hessen sei es ein wichtiger Baustein der hessischen Klimaschutzpolitik. „Seit 2008 hat die Landesverwaltung ihren CO2-Ausstoß bereits um rund 50 Prozent verringert.“

Finanzstaatssekretär Dr. Worms und Umweltstaatssekretärin Dr. Tappeser wünschten für die weiteren Bauarbeiten viel Erfolg: „Auch an dieser Stelle können wir uns die Bienen zum Vorbild nehmen. Mit deren Fleiß und Akribie wird hier schon bald ein weiterer Bau ganz im Dienste des Natur- und Umweltschutzes in Hessen stehen. Und die bisherigen Maßnahmen zeigen: Wir sind voll im Zeitplan! Weiterhin gutes Gelingen!“

Pressestelle: Landesbetrieb Bau und Immobilien Hessen
Pressesprecher: Alexander Hoffmann
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