Richtfest an der Löwenburg

Braun_Löwenburg.jpg

Löwenburg_Dagmar_Braun

Der Bergpark Wilhelmshöhe ist Teil der Museumslandschaft Kassel und seit dem Jahr 2013 Weltkulturerbe. Eingebettet in den Bergpark liegt die malerische Löwenburg, die Ende des 18. Jahrhunderts als eine der ersten sogenannten pseudomittelalterlichen Burgruinen Europas erbaut wurde. Seit Ende des Jahres 2015 wird die Löwenburg durch das Land Hessen in aufwendigen Arbeiten saniert und restauriert. Bis auf wenige Restarbeiten sind nun die Rohbauarbeiten am Hauptturm, dem Bergfried, abgeschlossen. Dieser wird derzeit nach historischen Vorlagen wiederaufgebaut. Anlässlich des Richtfestes zum Ende der Rohbauarbeiten am Bergfried lobten Hessens Finanzstaatssekretär Dr. Martin Worms und Kunst- und Wissenschaftsstaatssekretär Patrick Burghardt die jüngsten Baufortschritte auf der Löwenburg.

Staatssekretär Dr. Martin Worms, der kurzfristig einen anderen Termin wahrnehmen musste, freute sich aus Wiesbaden über den nun wiederaufgebauten Hauptturm: „Die Löwenburg ist ein weithin sichtbarer Blickfang und ein sehr beliebtes Ausflugsziel im Bergpark. Mit den umfangreichen Sanierungsmaßnahmen kommt das Land Hessen einmal mehr seiner Verantwortung zum Erhalt des historischen Erbes nach. Die Maßnahme reiht sich in eine Vielzahl von notwendigen Sanierungen ein, angefangen beim Herkules und den Wasserspielen bis zur Neuen Galerie und dem kürzlich fertiggestellten Landesmuseum. Durch die Investitionen des Landes ermöglichen wir Jung und Alt Geschichte zum Anfassen. Geschichte bedeutet den Blick zu weiten, zurückzuschauen und dadurch klarer nach vorne blicken zu können. Diese sprichwörtliche Bedeutung von Geschichte wird selten so spürbar wie oben auf dem wiederaufgebauten Bergfried: Den Besuchern wird zukünftig ein beeindruckender Blick zum Herkules, zum Schloss Wilhelmshöhe sowie ins Tal auf Kassel geboten. Hier atmet man mit der Luft immer auch die Geschichte. Für die weiteren, anstehenden Arbeiten wünsche ich den Verantwortlichen und Experten viel Erfolg und die nötige Energie, die ein solch großes Bauvorhaben immer auch benötigt.“

Staatssekretär Patrick Burghardt: „Bis heute übt die Löwenburg nicht nur auf die Kasseler Bevölkerung, sondern auch auf Tausende von Besuchern aus aller Welt eine enorme Anziehungskraft aus. Daher hat das Land Hessen diese besondere Verantwortung angenommen und die Instandsetzung der Burg sowie die Wiederherstellung des Bergfrieds beschlossen. Dies ist eines der derzeit anspruchsvollsten Projekte im Bergpark Wilhelmshöhe. Jetzt beim Richtfest können wir ein erstes Zwischenergebnis erleben und bekommen eine Ahnung von dem ursprünglichen Anblick der Löwenburg und den wiedergewonnenen neuen Aussichten auf die Stadt Kassel und die Umgebung, die der wiederaufgebaute Bergfried ermöglicht. Für den weiteren Verlauf des Vorhabens wünsche ich gutes Gelingen und freue mich, wenn wir die Wiedereröffnung der Löwenburg feiern können.“

Im Inneren und an den Außenfassaden des Museumsschlosses wird derzeit fleißig gearbeitet: Ziel der Gesamtbaumaßnahme, die nach derzeitigen Berechnungen über 30 Millionen Euro veranschlagen wird, ist die komplette Instandsetzung der äußeren Fassaden sowie die Wiederherrichtung der Räumlichkeiten. Die Innenräume – einige nach dem Wiederaufbau der Nachkriegszeit noch im Rohbauzustand, andere in den 1950iger und 1970iger Jahren umgestaltet – sollen nach einem durchgängigen Museumskonzept wiederhergestellt und so für die Besucher erlebbar gemacht werden. Auch die überwiegend erhaltene, historische Ausstattung im Burginneren soll restauriert werden. Bis alle Arbeiten beendet sein werden, wird es noch einige Jahre dauern. Dies gilt auch für den Bergfried, der bereits zum dritten Mal in der Historie neu aufgebaut wird und zuletzt im Zweiten Weltkrieg zerstört wurde. Letzte Arbeiten an der Hülle des Hauptturms wird es voraussichtlich bis Frühjahr 2019 geben. Der viergeschossige Turm wird nach seiner Fertigstellung den Besuchern einen historischen Speisesaal, eine Bibliothek, einen Rittersaal und eine Dienerkammer zeigen und über eine Aussichtsplattform verfügen. 30 Meter ragt der Turm bereits heute in die Höhe, bei einem Durchmesser von rund 10 Metern. Für den Wiederaufbau des Turms wurde auf modernste Technik zurückgegriffen. Die Steine des Turmes wurden nach 3-D-Plänen gefertigt. Als Material dient Kunsttuffstein. Durch die exakte Vorfertigung im Werk brauchten die Steine vor Ort nur noch von maximal zwei Personen eingesetzt werden. Dieser Vorgang dauerte rund zweieinhalb Jahre und ist nun abgeschlossen worden. Insgesamt wurden circa 4.500 Steine mit einem Gewicht von rund 1065 Tonnen verbaut. Bis zum Ende des Jahres folgt nun der Einbau der Fenster und der Beginn des Gerüstrückbaus. Bedingt durch die sehr umfangreichen Arbeiten im Turminneren, die im kommenden Jahr beginnen, kann derzeit noch nicht gesagt werden, wann genau der Turm für Besucher geöffnet sein wird. Die anspruchsvollen Innenarbeiten könnten aber rund vier Jahre in Anspruch nehmen. Aufgrund der Sanierungsarbeiten ist der Museumsbetrieb derzeit eingeschränkt. Zu besichtigen sind aber weiterhin die sogenannte Rüstkammer, die Waffen und Rüstungen zeigt, sowie die Kapelle und Teile des Innenhofes.

Pressestelle: Landesbetrieb Bau und Immobilien Hessen
Pressesprecher: Alexander Hoffmann
Telefon: +49 611 89051-404
Fax: +49 611 89051-111
E-Mail: presse@lbih.hessen.de

Hessen-Suche