Zwei erste Preise

Die Weichen für die weitere Entwicklung des Campus Riedberg der Goethe-Universität Frankfurt am Main sind gestellt. Am 23. Mai 2017 wurden die Finalisten des Realisierungswettbewerbs für den Neubau „Chemische Institute“ (1. Bauabschnitt) und „Technikzentrale“ vorgestellt.

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Wissenschaftsminister Boris Rhein (links im Bild) und Universitätspräsidentin Prof. Dr. Birgitta Wolff (rechts im Bild) übergaben eine Urkunde an die 1. Preisträger des Wettbewerbs (Bildmitte: Team Gerber Architekten und mtp Architekten).
Wissenschaftsminister Boris Rhein (links im Bild) und Universitätspräsidentin Prof. Dr. Birgitta Wolff (rechts im Bild) übergaben eine Urkunde an die 1. Preisträger des Wettbewerbs (Bildmitte: Team Gerber Architekten und mtp Architekten).

In zwei Bauabschnitten sollen auf dem Campus Riedberg neue Gebäude für die Chemischen Institute entstehen. Ein erstes Etappenziel auf dem Weg dorthin ist nun erreicht. Für den ersten Bauabschnitt, der ein Lehr- und Forschungsgebäude sowie eine Technikzentrale vorsieht, liegen nun ausgewählte architektonische Entwürfe vor. Sie sind das Ergebnis eines Realisierungswettbewerbs, der unter der Regie des Landesbetriebes Bau und Immobilien Hessen (LBIH) durchgeführt worden ist.

Die Jury unter Vorsitz von Prof. Ulrike Lauber vergab nach intensiver Prüfung und Diskussion zwei 1. Preise. Einen davon erhielt die Gerber Architekten GmbH. Der Entwurf des Dortmunder Architekturbüros überzeugte die Jury vor allem durch eine funktionale Grundrissgestaltung und einen wohlproportionierten Platz, der im Osten durch die Staffelung der beiden Baukörper des ersten und zweiten Bauabschnitts und im Westen durch die Mensa und ihre vorgelagerte Terrasse entsteht. Einen weiteren 1. Preis vergab die Jury an das Architekturbüro mtp Architekten GmbH aus Frankfurt am Main, das vor allem mit seiner städtebaulichen Lösung überzeugte. Die Verfasser schlagen drei unterschiedlich geformte Baukörper als Bauabschnitte vor, die Campus und Stadtteil miteinander in Verbindung bringen.

Um die Teilnahme an dem nicht-offenen einphasigen Realisierungswettbewerb hatten sich insgesamt einundzwanzig Büros beworben. Die Jury entschied sich für die folgende Rangfolge:

1. Preis: Gerber Architekten GmbH, Dortmund
1. Preis: mtp Architekten GmbH, Frankfurt am Main
3. Preis: doranth post Architekten GmbH, München
4. Preis: Nickl & Partner Architekten AG, München
5. Preis: KSP Jürgen Engel Architekten GmbH, Frankfurt am Main
Anerkennung: HWP Planungsgesellschaft mbH, Stuttgart

Mit dem Gebäude für die Chemischen Institute sollen Flächen für die praktische Ausbildung im Fach Chemie entstehen. Darüber hinaus sind flexibel nutzbare Forschungsflächen sowie studentische Aufenthaltsräume und Räume für die Fachschaft angedacht. Der Neubau soll am Südrand des Campus unmittelbar über der Hangkante entstehen und dem Campus Riedberg durch seine exponierte Lage ein „Gesicht“ geben.

Der erste Bauabschnitt ist Teil einer Gesamtmaßnahme, deren zeitlicher Ablauf nicht feststeht. Im Zuge der Entwurfsbearbeitung war daher konzeptionell darzustellen, wie sich das Gebäude modular um weitere Bauabschnitte erweitern lässt. Eine besondere Herausforderung, wie der Architekt Ferdinand Heide, Mitglied des Fachpreisgerichts, anlässlich der Verkündung der Wettbewerbsergebnisse betonte: „Für die einundzwanzig teilnehmenden Büros war es eine große Herausforderung, die ‚städtebauliche Kante‘ nicht in einem Stück bauen zu können. Es galt, den ersten Bauabschnitt an einer genau definierten Stelle baulich umzusetzen und die Gesamtentwicklung weiterzudenken.“

„Die Chemie ist eine wichtige Wissenschaft für die weiteren Innovationen in Technik und Gesellschaft. Sie ist unverzichtbarer Teil einer erfolgreichen Zukunftsperspektive des Landes Hessen“, sagte Wissenschaftsminister Boris Rhein. „Das zeigt sich auch in unserem Engagement für die Institutsgebäude am Campus Riedberg: Mit Hilfe unseres Hochschulbauinvestitionsprogramms HEUREKA investieren wir in einem ersten Bauabschnitt zunächst rund 42 Millionen Euro. Hinzu kommen rund 11 Millionen Euro für den ebenfalls erforderlichen Ersatz der Technikzentrale.“

„Wir sind froh, dass unsere Chemie auf dem Campus Riedberg in absehbarer Zeit ein neues Zuhause erhält“, sagte Universitätspräsidentin Prof. Dr. Birgitta Wolff. „Die Entwürfe, insbesondere die beiden Erstplatzierten, geben Anlass zur Vorfreude. Im Entstehungsprozess waren in ungewöhnlich starker Weise der Fachbereich und die zukünftigen Nutzerinnen und Nutzer der Gebäude eingebunden. Unser Dank gilt dem Land Hessen für die Unterstützung dieses für die weitere Entwicklung unseres naturwissenschaftlichen Campus unverzichtbaren Bauvorhabens.“

„Wir sind stolz darauf, als zentraler Bau- und Immobiliendienstleister der Hessischen Landesverwaltung für die Umsetzung des komplexen Bauvorhabens am Campus Riedberg zuständig zu sein“, erklärte Antonio Cassi, Projektmanager beim LBIH und sachverständigen Berater der Jury.

In einem nächsten Schritt werden die Preisträger zum Verhandlungsverfahren nach VgV (Vorschriften für die Vergabe von Architekten- und Ingenieurleistungen) eingeladen. Erst dann wird sich entscheiden, welcher der Preisträger mit der weiteren Planung beauftragt wird.

Pressestelle: Landesbetrieb Bau und Immobilien Hessen
Pressesprecher: Axel Marbach
Telefon: +49 611 89051-400
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E-Mail: presse@lbih.hessen.de

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